Erotischer Adventskalender – der Test – Tag 4

Der Morgen

Heute also die doppelte Dosis! Ob dies das Otto-Normalverbraucher-Paar unfallfrei auf die Reihe bekommt? Wir werden sehen …

An und für sich finde ich das recht praktisch: Man hat einen Tag Pause vom Erotik-Alltag und kann dann quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen … Oder positiver formuliert: Man kann sich dann an zwei Sachen gütlich tun.

So lautete die heutige Tagesaufgabe aus Schächtelchen drei und vier: Kombiniere die Massagekerze mit den Liebeskugeln! Letzere sind aus dezent schreiendem Pink und „stärken deinen Beckenboden mit extra viel Komfort. Die Liebeskugeln werden mit einer Einzel- und Doppelhalterung geliefert, so dass du für dich selber entscheiden kannst, wie du dein Beckenbodentraining beginnen willst. Die beiden austauschbaren Liebeskugeln sind aus seidenweichen Silikon hergestellt. Das Beckenbodentraining erhöht nicht nur deine Lust auf Mehr, sondern auch das Gefühl für deinen Partner!“, so die Beschreibung von der Webseite. Gut, dass der Tag erst begonnen hat, dann kann ich mir mal die erste der zwei Kugeln einverleiben und einen normalen Alltag damit verleben.

Was mich zu einer Überlegung bringt: Welcher Zeitpunkt ist ideal, um den Kalender zu öffnen? Morgens, damit man so wie heute den Tag, falls „nötig“, mit dem Gadget verbringen kann oder abends, um gemeinsam mit dem Partner dem Schächtelchen seinen Inhalt zu entlocken? Gute Frage! Eigentlich war unsere Ursprungsidee, dass wir das Öffnen der Kalendertürchen abends in unser Zu-Bett-geh-Ritual einbauen. Bin jetzt aber froh, dass wir heute aufgrund unserer Fehldisposition zwei Tages-„geschenke“ erleben dürfen, denn wenn wir erst abends diese Kugeln ausgepackt hätten, tja, was dann? Die Kugeln in unser Liebesspiel einbauen, sehe ich als nicht wirklich interessant an, auch da die Beschreibung doch eher in ein Trainingsprogramm passt … Oder ist das absichtlich des Herstellers so angedacht, dass man abends die Kugeln in der Hand hält und denkt: Klasse, heute ist Pause und morgen kann die gute Frau die Dinger mal ausführen? Anyway, uns hat die Situation zu einer Diskussion angeregt, ob wir nicht das „Öffnungsritual“ ändern wollen und einen anderen Zeitpunkt einführen wollen. Ja, einführen – hehe, sehr passend. Wir haben uns nun entschieden, dass einer oder eine von uns der „Kalenderchef“ ist und quasi die Verantwort für den Zeitpunkt des Öffnens übernimmt und auch den Ausführungszeitpunkt definieren darf. In unserem Fall war es sehr einfach, diese Position zu besetzen, da ja alles auf meinem „Mist“ gewachsen ist und ich auch darüber schreibe. Ich bin also die Kalenderchefin und bekomme die komplette Vollmacht über unser Erotikleben! Heisst, dass ich nun jeden Morgen das Schächtelchen öffne und mir Gedanken darüber mache, ob ich meinem Mann ins Büro vielleicht ein nettes Foto zum Thema schicke, ob ich ihm überhaupt etwas verrate und ob ich das jeweilige Gadget auch einfach für mich verwende? Oder darüber bestimme, dass Peter mit dem Inhalt das machen darf, was er möchte und wann er es möchte. So reden wir uns nicht jeden Abend den Mund fusselig, was machen wir mit dem Inhalt und wer macht was etc. Denn wir haben festgestellt, dass die „Darübersprecherei“ nicht wirklich lustfördernd ist …

So, nun aber wieder zu meinen pinken Freundinnen zurück! Bei diesen Kugeln hat man ja die Wahl, ob man nur eine verwenden möchte oder grad beide. Ich dachte, oh, da fangen wir mal lieber klein an, man weiss ja nie. Und habe mir also mal eine Kugel eingeführt. Das ging problemlos vonstatten, quasi, wie wenn man sich einen Tampon einführt, der aber mehr breit als rund ist, einer typischen Kugelform entsprechend. Am Ende der Kugel befindet sich ein Ring, der es gut ermöglicht, die Kugel wieder herauszuziehen. Ich also munter das Höschen hinaufgezogen und gespannt meinen Alltag begonnen. Nach den ersten vorsichtigen Testschritten stellte ich fest, okay, die liebe Kugel bleibt wo sie ist, ich kann mich also normal bewegen und muss nicht im Geisha-Gang durchs Leben tippeln … Schon nach wenigen Minuten meldet sich bei mir das Bedürfnis, dass ich zur Toilette muss. Hhm, komisch, ich war ja erst kurz bevor ich die Einführung meiner heutigen Mitbewohnerin vollzogen hatte? Ja, gut, dann auf aufs Töpfchen. Oh, und nun? Mit oder ohne Kugel Pipi machen? Ich entscheide mich für die Variante „Mit“ und verrichte mein kleines Geschäftchen. Währenddessen die Gedanken in meinem Kopf erlebend: Bleibt wohl alles an Ort und Stelle oder was ist, wenn die Kleine nun raushüpft und ein warmes Bad nehmen möchte? Sie ist wohl entweder keine Baderin oder meine Muskeln sind zu stark trainiert, sodass ich die Toilette wieder fein verlassen kann, ohne, dass ein Unglück geschehen ist. Also weiter im Alltag! Gesagt, getan und so verbringe ich friedlich die nächsten Stunden arbeitend im Büro. Friedlich deshalb, da ich innert 4 Stunden 5-Mal das stille Örtchen besuchen muss, um dem unglaublichen oft einsetzenden Harndrang nachzugeben und auch weil ich „Pinky“ überhaupt nicht spüre. Dieser Zustand lässt mich dann mutig werden, sodass ich kurzerhand auf die Zweier-Variante upgrade. So, nun muss es wohl sicher spannender werden, denke ich … Der Nachmittag geht also im Dreier-Gespann weiter und ich spüre noch immer nichts – ach ja, ich vergass: Doch, ich spüre was, ich muss dauernd aufs Klo!

Und wie soll dieses Training denn eigentlich funktionieren? Ich muss ja nichts aktiv machen? Pinky und ihre Zwillingsschwester sitzen in ihrem „Nest“ und machen was genau? Nochmals nachlesen: „… stärken deinen Beckenboden mit extra viel Komfort“. Okay, entweder funktioniert das automatisch oder mein Beckenboden ist bereits die Stärke pur und hat Verlustängste, da er nichts verlieren will, was mal drin ist? Auf der Webseite finde ich weitere Infos und erfahre, dass es viele weitere Arten von Kugeln gibt: Z. B. Solche mit einer zweiten Kugel in der Kugel integriert, sodass Schwinungen verursacht werden, durch das Aufeinanderprallen der Kugeln. Das klingt doch sehr spannend und ich betrachte meine, inzwischen wieder entfernten Exemplare und rolle sie etwas in meinen Händen herum. Auch diese vibrieren leicht, aber wohl wieder für mich zu wenig stark … So muss ich leider sagen: Diese zwei pinken Liebeskugeln bringen mir überhaupt nichts und nur um sie als Inkontinenztrainer zu verwenden, fühle ich mich zu jung (und ja ich weiss, dass man in jungen Jahren damit anfangen soll um dann später eine gut funktionierende Blase sein Eigen nennen zu dürfen – aber trotzdem …)

Der Abend

Gut, dass wir ja heute noch eine zweites Törchen hatten und so kann ich mich auf den Abend freuen, um die Massagekerze auszuprobieren. Massagekerze? Also eine Kerze, mit der man massiert wird? Mitnichten, denn in der Beschreibung steht: „Sobald die Kerze angezündet ist, schmilzt das Wachs zu einem warmen Massageöl. Das Öl hat eine sehr angenehme Temparatur und kann direkt auf den Körper geträuffelt werden. Entdecke die sinnlichen Düfte der Massage Kerzen und verführe dein Gegenüber mit einer wohltuenden, prickelnden Massage.“

Als mein Mann nach Hause kommt, erzähle ich ihm von meinem kugeligen Tag und dass ich nun gespannt auf das Kerzenabenteuer bin. War ja auch letzte Woche kurz das Thema bei „Bachelor“, dass sich eine Kandidatin lasziv Kerzenwachs auf ihren Körper träufeln liess und so den Bachelor animieren wollte, sie mit einer Rose zu beschenken. Diese Strategie hat leider nicht funktioniert und sie flog noch am gleichen Abend raus und nach Hause. Ob es wohl an der Kerze lag? Na, vielleicht, so hoffe ich, dass wir mit unserer Massagekerze mehr Erfolg haben werden und eine schöne Nacht der Rosen erleben. Als wir im Schlafzimmer gespannt die Kerze anzünden, lesen wir auf der Verpackung, dass man sie nun 20 Minuten brennen lassen muss. Puh, echt jetzt? Wir wollten eigentlich gleich loslegen, aber wenns nun mal so sein soll, gut! Im Booklet steht: „Du brauchst die Kerze nur anzuzünden und zu warten, bis das Wachs in anregendes Massageöl schmilzt. Alles Weitere entscheidest du!“ Wir vertreiben uns die Zeit mit hochstehenden Handy-Spielen, denn 20 Minuten Vorspiel empfinden wir aktuell gerade beide zu lang. Wir wollen ja nicht schon vor dem Einsatz der Kerze fertig sein … Sodale, der Timer klingelt und wir stürzen uns ins Gefecht! Im Schlafzimmer riecht es nach „Thé vert exotique“ und das wachsähnliche Öl fliesst auf unsere Körper. Es ist nicht zu heiss und lässt sich gut verteilen. So steht einer angenehmen Massage nichts im Weg und wir spielen mit dem Öl herum. Dass es die ganze Bettwäsche versaut, lassen wir aussen vor, denn die kann ja nachher ab in die Waschmaschine. Die Idee mit dem Massagekerzenöl empfinden wir als sehr schön, einziger Wermutstropfen: Sobald man das flache Döschen mit der Kerze beginnt zu verwenden, ist innert Sekunden das Wachs/Öl verbraucht und der Doch ist heruntergebrannt. D. h. wir hatten keine Minute Zeit, um damit zu spielen. Trotzdem hat es seinen Zweck erfüllt und eine Massage konnte wunderbar damit ausgeführt werden und auch den spannenden Moment zu erleben, wie wohl das Empfinden ist, wenn das „Wachs“ auf den Körper tropft, hat Spass bereitet. Ich würde fast mutig behaupten: Es dürfte sogar noch heisser sein. Vielleicht wagen wir uns ja mal an eine „echte“ Kerze, mal sehen …

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